Ottakring
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1070 Wien
radfahren
Cris Nessmann
Bezirksrat
cris.nessmann@gruene.at
7.07.2010 | 13:29
Die SPÖ Ottakring versucht sich in Radverkehr
In der Schellhammergasse werden RadlerInnen lächerlich gemacht.
Das Brunnenviertel hat ein neues Verkehrskonzept. Schlauerweise wurde das zuerst umgesetzt und dann veröffentlicht. Im Großen und Ganzen einige Verbesserungen, weist es auch einige Schwachstellen auf.
So wurden die im Masterplan Verkehr festgelegten Gehsteigrestbreiten von 2 Meter insbesondere bei Schrägparkplätzen nicht eingehalten (Payergasse, Schellhammergasse). Das erhöhte Verkehrsaufkommen im letzten Teil der Brunnengasse zur Ottakringer Straße führt zu Beschwerden über Lärmbelästigung durch das grobe Kopfsteinpflaster. Die Brunnengasse selbst ist außerhalb der Marktzeiten noch immer nicht für den Radverkehr geöffnet – das bedeutet Umwege bis zum Gürtel (mit zweimaliger Querung) bzw. Kirchstetterngasse/Haberlgasse.
Linkslinke Linksabweichung?
Nach jahrelanger Überzeugungsarbeit hat sich die SPÖ durchgerungen, nun zaghaft aber doch Radfahren gegen die Einbahn in Ottakring auszubauen. Das darf aber nicht so aussehen, wie neulich in der Schellhammergasse gesichtet: Der Radfahrstreifen ist links angeordnet! Sind Fahrräder keine Fahrzeuge? Für die gilt nämlich die Rechtsfahrregel.
Eine solche Unsinnigkeit stiftet Verwirrung und erzeugt unnötig Ärger über RadlerInnen. Die Straße gehört komplett geändert: Radstreifen auf die rechte Seite, Längs- und Schrägparker getauscht.

SPÖ will Verwirrung stiften? Fotos: Cris->x
Warum Radfahren gegen die Einbahn wichtig ist
Der große Vorteil des Fahrrades gegenüber anderen Verkehrsformen in der Stadt ist die Schnelligkeit. Diese wird durch das Einbahnsystem entscheidend verringert. Das senkt wiederum den Anreiz, das Fahrrad zu verwenden. Gerade mehr RadfahrerInnen in den Straßen steigern aber die Sicherheit beim Radfahren (siehe Wikipedia engl.).
Befürchtungen unbegründet
Radfahren gegen die Einbahn sei gefährlich, wird oft befürchtet. Das stimmt schlichtweg nicht. Im Begegnungsverkehr können sich Auto- und RadfahrerIn in die Augen schauen, die Geschwindigkeiten werden reduziert. Ein Überholmanöver in Einbahnrichtung ist viel gefährlicher, besonders, wenn ein rechtsseitiger Längsparker unversehens die Tür öffnet.
Es gibt auch keine dokumentierten Unfälle beim Radln gegen die Einbahn.
Außerdem sind RadlerInnen nicht mehr versucht, auf dem Gehsteig gegen die Einbahn zu fahren.
Alle Einbahnen öffnen!
Einzig gefährlich kann die Situation sein, wenn ein Auto in eine Einbahn einbiegt und nicht mit einer Radfahrerin rechnet. Die Grünen fordern daher die Öffnung aller Einbahnen im niederrangigen Straßennetz. Dann ist einfach immer mit Radlern zu rechnen.
Nachtrag 7.7.10
Nach einer Beschwerde beim Bürgerdienst und beim Wiener Radwegekoordinator wurde der linke Streifen nun schnell entfernt. Das Problem mit den falsch angeordneten Längs- und Schrägparkern bleibt aber bestehen. Denn: In Einbahnrichtung fahrend läuft man als RadlerIn Gefahr, von der öffnenden Autotür eines gedankenlosen Längsparkers getroffen zu werden (müsste in den Rückspiegel schauen). Das kann in Gegenrichtung nicht passieren! Auf der anderen Seite: Auch ausparkende Schrägparker können gegen die Einbahn fahrende RadlerInnen nicht sehen.
Warum kann man’s nicht einfach richtig machen?









